Reizdarmsyndrom

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Das Reizdarmsyndrom RDS (oder IBS für Irritable Bowel Syndrome) zählt zu den häufigsten gastrointestinalen Erkrankungen. Eine Diagnose erfolgt, wenn sich die Symptome weder einer organischen noch einer pathologischen Ursache zuordnen lassen, sie die Lebensqualität des Patienten aber stark einschränken.

Die Diagnose eines Reizdarmsyndroms erfolgt anhand der Rom-Kriterien. Die ersten, sogenannten Rom-I Kriterien, wurden auf einem internationalen Treffen, von auf diesem Gebiet spezialisierten Gastroenterologen, veröffentlicht und seit dem ständig aktualisiert. Die S3-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) stützen sich auf die Rom-III-Kriterien. Diese werden zur Zeit überarbeitet, da mittlerweile bereits die Rom-IV-Kriterien veröffentlicht wurden.

Diese sehen im Vergleich zu den Rom-III-Kriterien einige Änderungen vor:

ROM-III-KRITERIEN

a) Länger als drei Monate anhaltende chronische Darmbeschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Blähungen, …), die mit Stuhlveränderungen einhergehen.

NEU in ROM-IV: abdominelle Beschwerden durchschnittlich mind. 1 Tag pro Woche

NEU in ROM-IV: Assoziation abdomineller Beschwerden allgemein mit der Defäkation (kurz vor, während oder sofort danach)

b) Die Beschwerden sind so stark, dass der Patient ärztlichen Rat aufsucht und sich in der Lebensqualität beeinträchtigt fühlt.

c) Voraussetzung ist, dass keine anderen Krankheitsbilder vorliegen, welche für die Symptome verantwortlich sein könnten.

Die bisherigen Definitionskriterien nach Manning und Kruis von 2006 in Rom I, II, III wiesen grundlegende Schwächen auf und waren nicht vollständig validiert. Sie besagten, dass drei Monate lang jeweils an mindestens drei Tagen abdominelle Beschwerden bestehen, die mindestens zwei der folgenden Bedingungen erfüllen:

  1. Besserung durch Defäkation,
  2. Auftreten ist mit einer Änderung der Stuhlfrequenz assoziiert,
  3. Auftreten ist mit einer Änderung der Form (des Aussehens) des Stuhlgangs assoziiert.

Zudem gibt es nach den Rom-III-Kriterien Symptome, die darüber hinaus die Diagnose unterstützen, wie mühsame Stuhlentleerung mit starkem Pressen, Blähungen u. a.

Auch diese Kriterien wurden nach den neuen Rom-IV-Kriterien vereinfacht (Verbindung mit Änderung der Stuhlfrequenz oder -konsistenz)

Das IBS kann in allen Altersklassen vorkommen, trifft aber vor allem Menschen mittleren Alters zwischen 35 und 50 Jahren.

 

Andere Kriterien für Reizdarmsyndrom bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen werden zur Feststellung des IBS die Rom-III-Kriterien angewandt.Diese diagnostischen Kriterien müssen bei Kindern zur Diagnose Reizdarmsyndrom erfüllt sein:

a) Abdominelle Missempfindungen oder Schmerzen, die mindestens mit zwei oder mehr der folgenden Kriterien assoziiert sind:

  • Besserung durch Defäkation
  • Veränderung der Stuhlfrequenz
  • Veränderung der Form des Stuhlgangs

b) Keine entzündlichen, anatomischen, metabolischen oder neoplastischen Anzeichen, welche die Symptome der Patienten erklären.

 

  • Auch an Zöliakie und Gluten-/Weizensensitivität denken

    Wissenschaftler vermuten unter den Patienten mit IBS unentdeckte, potenzielle Zöliakiepatienten. Einige Studien, wie beispielsweise die GIBS-Studie („Gluten-free diet in IBS“) der Charité in Berlin oder die Glutox Studien aus Italien, befassen sich aktuell mit diesem Bereich. Sowohl Reizdarmpatienten als auch Menschen mit Zöliakie zeigen ähnlich unspezifische gastrointestinale Beschwerden, die länger andauern und wiederkehren. Eine Zöliakie ist aufgrund der spezifischen Diagnose relativ leicht auszuschließen. Bei der Gluten-/Weizensensitivität, die auch in Erwägung gezogen werden kann und oft mit kognitiven Anzeichen begleitet ist, gibt es bislang keinen spezifischen Test. Hier gelingt die Diagnose nur über einen Ausschluss von Zöliakie und Weizenallergie und das Ansprechen auf eine glutenfreie Ernährung.

  • Study Short Reizdarmsyndrom

    Die Study Shorts dienen der Aufklärung zu Glutenunverträglichkeiten und damit verbundenen Ernährungsbedürfnissen. 

    Im  Study Short zum Reizdarmsyndrom wird die GIBS-Studie vorgestellt in der die Autoren die Wirkung einer glutenfreien Ernährung bei RDS- Patienten untersuchten. 

    Hier zum Download