Reizdarmsyndrom - häufigste Erkrankung in der Gastroenterologie

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Die Epidemiologie, Inzidenz und Prävalenz des Reizdarmsyndroms sind variabel und definitionsabhängig und werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst [1]. 

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Da es sich beim IBS um kein klar abgrenzbares Krankheitsbild handelt, ist die Ermittlung von aussagekräftigen Daten schwer und die tatsächliche Prävalenz unklar. Weltweit wird die Prävalenz auf 11,2% geschätzt. 

Das RDS zeigt eine familiäre Häufung. Das Risiko eines Reizdarmverwandten ebenfalls ein Reizdarm zu entwickeln ist 2- bis 3-fach erhöht. 

Die Prävalenz sinkt mit höherem Einkommen. Als mögliche Ursache dafür werden erhöhter sozialer Stress, falsche Ernährung und mangelhaftes Gesundheitsbewusstsein angenommen.

Frauen sind häufiger von einem RDS betroffen. In der zweiten und dritten Lebensdekade überwiegen Frauen im Verhältnis 2:1. 

  • Prävalenz Zöliakiebetroffener mit Reizdarmdiagnose

    Experten vermuten innerhalb der Patienten mit Diagnose Reizdarm eine hohe Dunkelziffer an Zöliakiebetroffenen. Die Mediziner empfehlen daher eine serologische Untersuchung bei RDS-Patienten auf Zöliakie, da sie bei RDS von einer Prävalenz von 3 bis 4,5 % ausgehen [2]. Laut aktueller S3-Leitlinie, hatten mehr als 75 % von > 1000 Zöliakiepatienten vor Diagnosestellung unter Bauchschmerzen und Blähungen gelitten, wovon mehr als die Hälfte langfristig als RDS, ein weiteres Drittel als psychische Störung fehldiagnostiziert und -behandelt worden waren. Bei über 20 % war die Zöliakie-Diagnose um mehr als 10 Jahre verschleppt worden [3].

Quellen

  1. Layer P et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom… Z Gastroenterol 2021; 59: 1323–1415
  2. Usai-Satta P, Bassotti G, Bellini M, Oppia F, Lai M, Cabras F. Irritable Bowel Syndrome and Gluten-Related Disorders. Nutrients. 2020 Apr 17;12(4):1117. doi: 10.3390/nu12041117. PMID: 32316404; PMCID: PMC7231142.
  3. Layer P et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom… Z Gastroenterol 2021; 59: 1323–1415 | © 2021. Thieme. 1347