Zöliakie - was tun wenn die glutenfreie Ernährung nicht hilft?

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Eine britische Forschergruppe hat sich damit beschäftigt, durch welche Faktoren ein Nichtansprechen auf eine glutenfreie Ernährung (NRCD für non-responsive coeliac disease) verursacht werden kann und die neuesten Managementsysteme diesbezüglich bewertet.

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Während sich bei der Mehrheit der Menschen mit Zöliakie (CD für coeliac disease) nach der Einführung der glutenfreien Diät (GFD) die Symptome verbessern, treten bei bis zu 30 Prozent weiterhin Beschwerden auf und/oder sie leiden an einer anhaltenden Entzündung des Darms. Ist dies der Fall, spricht man von einer NRCD. Dabei wird zwischen einer primären NRCD, wenn keine Reaktion auf die GFD erfolgt, und einer sekundären NRCD unterschieden, bei der die Patienten zunächst auf die GFD ansprechen, dann aber trotz weiterer Befolgung der GFD Symptome entwickeln.

Bis zu ein Drittel der Menschen mit CD entwickeln eine NRCD. Eine britische Forschergruppe des NHS England National Centre for Refractory Coeliac Disease hat sich mit diesem Thema befasst und eine umfassende Übersicht dazu erstellt. Ziel ist, die korrekte und rechtzeitige Identifizierung sowie die multidisziplinäre Behandlung von Menschen mit NRCD zu fördern und die damit verbundene Morbidität und Mortalität zu verringern.

Eine NRCD kann verschiedene Ursachen haben: Diese reichen von einer anderen Primärdiagnose oder einer mit Zöliakie verbundenen Erkrankung über Diätfehler oder eine Gluten-Überempfindlichkeit bis hin zu einer refraktären Zöliakie (RCD).

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Ein entscheidender Schritt bei der Suche nach der Ursache von NRCD liegt darin, die Erstdiagnose Zöliakie zu überprüfen, insbesondere, falls diese schon lange zurückliegt, da sich die diagnostischen Tests in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert haben. Auch das Vorliegen von anderen Erkrankungen, die mit Zöliakie zusammenhängen, sollte überprüft und, falls vorhanden, entsprechend behandelt werden. Diätfehler, also die andauernde absichtliche oder versehentliche Aufnahme von Gluten, ist die häufigste Ursache für NRCD. Derzeit gibt es jedoch keine verlässliche objektive Bewertung, wie viel Gluten diese Patienten aufnehmen. Eine weitere Ursache kann eine Gluten-Überempfindlichkeit sein, da es CD-Patienten gibt, die bereits auf kleinste Spuren von Gluten (weniger als 20 ppm) reagieren und bei denen eine GFD nicht ausreicht. Zudem liegt bei 8 bis 23 Prozent der Betroffenen von NRCD eine RCD vor. Patienten mit RCD sollten zur Beurteilung, Behandlung und Nachsorge an ein spezialisiertes Fachzentrum mit multidisziplinärer Erfahrung in RCD überwiesen werden. Zu den Behandlungsmaßnahmen gehört auch die Behandlung der Komplikationen, die mit einer längeren Malabsorption und Unterernährung verbunden sind. Allerdings sind neuartige Therapiestrategien erforderlich, um die Mortalität bei dieser Erkrankung zu beeinflussen.

Zum originalen Artikel

Penny HA, Baggus EMR, Rej A, Snowden JA, Sanders DS. Non-Responsive Coeliac Disease: A Comprehensive Review from the NHS England National Centre for Refractory Coeliac Disease. Nutrients. 2020; 12(1):216. https://doi.org/10.3390/nu12010216