Leitlinien Zöliakie und glutenbedingten Erkrankungen

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Die Prävalenz von Zöliakie hat sich in den letzten 50 Jahren deutlich erhöht. Doch immer noch bleiben viele Fälle unentdeckt. Verschiedene Leitlinien haben das Ziel, die Diagnose und Therapie von Zöliakie und anderen glutenbedingten Erkrankungen zu verbessern. 

S2k-Leitlinie 

Die aktuelle S2k-Leitlinie zu Zöliakie enthält viele praktische Empfehlungen rund um das klinische Bild der Zöliakie, Diagnostik, Therapie und Pathologie sowie die refraktäre Zöliakie und dient somit als wertvolle Informationsquelle für alle Fachkräfte, die Patienten mit Zöliakie betreuen. Die Leitlinie bündelt die Ergebnisse einer Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) gemeinsam mit der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) unter Mitarbeit einer Leitliniengruppe, der unter anderem Detlef Schuppan, Andreas Stallmach, Stephan C. Bischoff, Sibylle Koletzko und Jörg Felber angehörten.

Nomenklatur der Zöliakieformen

Von besonderer Bedeutung ist die angepasste Nomenklatur der Zöliakieformen, mit der Unklarheiten und Differenzen bei der Bezeichnung der verschiedenen Erscheinungsformen vermieden werden sollen: So wird empfohlen, Begriffe wie typische, overte oder silente Zöliakie zukünftig nicht mehr zu verwenden und auch nicht mehr von „einheimischer Sprue des Erwachsenen“ zu sprechen. Eine detaillierte Erläuterung der Zöliakieformen finden Sie hier.

Empfohlener Diagnoseweg

Im Bereich der Diagnostik spricht die Leitlinie die Empfehlung aus, sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen beim Verdacht auf Zöliakie einen Antikörpertest durchzuführen (Gewebs-Transglutaminase-IgA-Antikörper oder Endomysium-IgA-Antikörper) und das Gesamt-IgA zu bestimmen, um einen IgA-Mangel auszuschließen. Speichel- und Stuhltests sind zur Diagnostik der Zöliakie nicht geeignet. Weitere Informationen zur Diagnose finden Sie hier.

Hafer in der glutenfreien Ernährung

Bezüglich Hafer gibt es in der neuen Leitlinie die Empfehlung, dass nicht mit Gluten kontaminierter Hafer Bestandteil einer glutenfreien Ernährung sein kann, sofern keine Beschwerden auftreten. Es ist jedoch wie bei anderen, von Natur aus glutenfreien Getreidesorten wichtig, dass Zöliakiebetroffene nur Lebensmittel verzehren, die als glutenfrei gekennzeichnet sind, um eine Kontamination im Herstellungsprozess auszuschließen.

 

European Society for the Study of Coeliac Disease (ESsCD) und  European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN)

Die Fachgesellschaft macht deutlich, dass vor der Diagnose eine glutenhaltige Ernährung einzuhalten ist. Zudem wird auf die glutenfreie Ernährung als Therapie eingegangen und wie Patienten motiviert werden können, diese zu befolgen. In den Leitlinien geht es neben der Zöliakie um Erkrankungen wie Dermatitis herpetiformis Duhring, Non-Coelic Gluten-Sensitivity (NCGS) und Krankheitsbilder mit neurologischem Zusammenhang, wie die Ataxie.