Wird ein IgA-Mangel bei der Zöliakiediagnose berücksichtigt?

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In Argentinien wurde analysiert, ob bei Patienten, die auf Zöliakie getestet werden, im Rahmen der Diagnostik ein IgA-Mangel ausgeschlossen wird.

Die Prävalenz der fehlenden IgA-Bestimmung im Serum betrug 20,5 Prozent.

 

Aktuelle Leitlinien zur Zöliakiediagnose empfehlen die Bestimmung des Gesamtserum-IgA zusammen mit Anti-Transglutaminase-IgA-Antikörpern. Da es nicht bekannt ist, ob eine fehlende IgA-Bestimmung im Serum im klinischen Alltag häufig vorkommt, bestand das Ziel der Studie darin, diese Prävalenz zu untersuchen.

Methode

In die Studie wurden alle Patienten einbezogen, bei denen in einem Krankenhaus in Buenos Aires zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 Serum-Anti-Transglutaminase-IgA und/oder andere Zöliakie-bezogene Antikörper bestimmt wurden.

Die Krankenakten wurden dahingehend überprüft, erwachsene Patienten auszuwählen, die auf Zöliakie getestet wurden. Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit unzureichenden Tests auf Zöliakie aufgrund fehlender Serum-IgA-Bestimmung. Zudem wurden folgende Variablen berücksichtigt: Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, beim Screening vorhandene Symptome, Zöliakieerkrankung in der Familienanamnese, Typ-1-Diabetes mellitus, autoimmune Hypothyreose oder Down-Syndrom in der Vorgeschichte.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 1.122 Patienten in die Analyse eingeschlossen. Die Prävalenz der fehlenden IgA-Bestimmung im Serum betrug 20,5 Prozent. Bei Patienten mit Serum-IgA-Bestimmung lag die Prävalenz des IgA-Mangels bei 5,16 Prozent.

Fazit

Ein IgA-Mangel wird bei einem relativ hohen Anteil der Patienten, die sich einem serologischen Screening auf Zöliakie unterziehen, nicht systematisch ausgeschlossen. Dies könnte einen Einfluss auf den Anteil der nicht diagnostizierten Zöliakiepatienten haben. Es sollten mehr Anstrengungen zur Einhaltung der aktuellen Praxisleitlinien zum Zöliakiescreening unternommen werden.