Zöliakie bei Erwachsenen diagnostizieren – brauchen wir noch eine Biopsie?

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Serologische Tests sind ein wesentlicher Bestandteil der Zöliakiediagnostik. Die aktuell angewendeten Tests weisen eine sehr genaue Aussagekraft im Vergleich zu anderen krankheitsbezogenen Antikörpertests auf. Doch eine 100-prozentige Spezifität können auch sie nicht gewährleisten. Trotz aller Fortschritte bleibt daher bei Erwachsenen die histologische Untersuchung ein notwendiger Baustein, um eine gesicherte Zöliakiediagnose zu stellen, während bei Kindern in bestimmten Fällen auf die Dünndarmbiopsie verzichtet werden kann.

Ein aktueller Artikel von Zöliakieexperten aus Großbritannien fasst den Status quo in Sachen Antikörpertests zusammen und zeigt auf, welche Tests Mediziner einsetzen sollten. Die Autoren erwarten, dass sich durch aussagekräftige Studien in den nächsten fünf Jahren die Diagnostik auch bei Erwachsenen hin zu einer Serologie-basierten Diagnostik ändern könnte.

Aktuell stehen im Vorfeld der Biopsie und neben der Bestimmung des Gesamt-IgA folgende Antikörpertests zur Verfügung:

  • Transglutaminase-Antikörper (tTG): wird in der Praxis hauptsächlich eingesetzt, weist eine hohe Sensitivität (93,5%) und Spezifität (97,4%) auf
  • Endomysium-Antikörper (EMA): hohe Sensitivität (>86%) und Spezifität (~100%), aber teurer, wird daher vor allem zur Bestätigung einer Diagnose eingesetzt
  • Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide (DGP): etwas geringere Sensitivität und Spezifität als tTG, wird bei Menschen mit einem Ig-A-Mangel verwendet

Fazit

Serologische Tests sind nicht nur ein wesentlicher Baustein der Zöliakiediagnostik, sie werden auch eingesetzt, um das Einhalten der glutenfreien Ernährung in einmal jährlich durchgeführten Verlaufskontrollen zu überprüfen und mögliche Diätfehler aufzudecken. Ob sie auch bei Erwachsenen in bestimmten Konstellationen eine Biopsie überflüssig machen, wird sich in den nächsten Jahren erweisen.