Leitlinien und Publikationen

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Weltweit laufen mehrere Studien und Untersuchungen zum Reizdarmsyndrom RDS (oder IBS für Irritable Bowel Syndrome) und dessen Ursachen. Die S3-Leitlinie der DGVS und DGNM fasst die aktuellsten Erkenntnisse zusammen und beschreibt neben der Definition und Diagnose auch die verschiedenen therapeutischen Ansätze.

Die Ursachen des Reizdarmsyndroms und die Prävalenz werden weltweit von verschiedenen Forschergruppen untersucht. Einige Studien beschäftigen sich auch speziell mit Zusammenhängen mit anderen Erkrankungen. Wissenschaftler der Berliner Charité widmen sich z. B. innerhalb der Studie „Gluten-free diet in IBS“, kurz GIBS, der Korrelation mit einer Gluten-/Weizensensitivität. Ein Team rund um Wahnschaffe und Kollegen versuchte 2001, die Häufigkeit von Zöliakiepatienten innerhalb von IBS-Patienten zu ermitteln, um die Beschwerden der Betroffenen durch Einhaltung einer glutenfreien Diät zu erleichtern. [1] Gebündelt wurden alle Ergebnisse 2011 in der aktuellen Leitlinie, die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) für Deutschland erstellt wurde, die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie“. Sie beinhaltet u. a. eine neue Definition der Kriterien, nach der ein IBS bei Erwachsenen diagnostiziert werden kann:

  1. Länger als drei Monate anhaltende chronische Darmbeschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Blähungen, …), die mit Stuhlveränderungen einhergehen.
  2. Die Beschwerden sind so stark, dass der Patient ärztlichen Rat aufsucht und sich in der Lebensqualität beeinträchtigt fühlt.
  3. Voraussetzung ist, dass keine anderen Krankheitsbilder vorliegen, welche für die Symptome verantwortlich sein könnten.


Frühere Richtlinien hielten sich an die Rom-III-Kriterien, die in Bezug auf Kinder auch jetzt noch Aktualität haben. Bis zu einem Alter von etwa acht bis zwölf Jahren können Lokalisation und Charakter der Beschwerden von den Kindern selbst nicht gut spezifiziert werden. D. h. die Patienten sind in der Regel nicht in der Lage, ihre Beschwerden von sich aus nach ihrem subjektiven Eindruck auf den Darm zu beziehen. Die Diagnose muss sich daher zum großen Teil auf Angaben der Eltern stützen. Die Rom-Definition bietet hier eine gewisse Hilfestellung in Form objektiv beobachtbarer Kriterien.

International gibt es von der American Gastroenterology Association (AGA) ein Positionspapier von 2002 mit dem Titel „American Gastroenterological Association Medical Position Statement: Irritable Bowel Syndrome“. In Großbritannien sind die Leitlinien etwas aktueller: McKenzie et. al formulierten 2012 die „British Dietetic Association evidence-based practice guidelines for the dietary management of irritable bowel syndrome in adults“, nachdem sich Spiller et. al bereits 2008 mit den „Guidelines on the irritable bowel syndrome: mechanisms and practical management“ beschäftigten. Das National Collaborating Centre for Nursing and Supportive Care (NCC-NSC) und National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) bündelte 2008 übergreifend für die USA, Großbritannien und Italien Versorgungsrichtlinien bei Reizdarmsyndrom („Irritable bowel syndrome in adults. Diagnosis and management of irritable bowel syndrome in primary care.”). In Spanien gibt es eine Leitlinie von 2005, die von der Asociación Española de Gastroenterología, der Sociedad Española de Medicina de Familia y Comunitaria und dem Centro Cochrane Iberoamericano veröffentlicht wurde.

Quellenangabe

WAHNSCHAFFE U, ET AL. Celiac disease-like abnormalities in a subgroup of patients with irritable bowel syndrome. Gastroenterology. 2001 Dec;121(6):1329-38.