Glutenfreie Ernährungstherapie

  1. Dr. Schär Institute
  2. Glutenfreie Ernährungstherapie

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufig auftretende gastrointestinale Störung, die durch Bauchschmerzen, oft in Zusammenhang mit dem Stuhlgang, oder veränderten Stuhlgewohnheiten gekennzeichnet ist (1). Zu den häufigen Symptomen des RDS gehören Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und/oder Verstopfung (2).

Die Verbindung zwischen Ernährung und abdominellen Symptomen ist weithin bekannt.(3) Man weiß, dass gastrointestinale Symptome durch zahlreiche Lebensmittel und Nahrungsbestandteile (z. B. Gluten, Milchprodukte, Kaffee und Alkohol) ausgelöst werden können.(4)

In der S3-Leitlinie wird auch eine glutenfreie Ernährung (GFD) bei erwachsenen IBS-Patienten empfohlen, bei denen eine Zöliakie ausgeschlossen wurde. Gluten, ein Bestandteil in verschiedenen Getreiden, ist bei Zöliakie der Auslöser für unspezifische gastrointestinale Beschwerden, wie sie auch beim IBS vorliegen.

Die Erkenntnisse zeigen, dass sich bei einer Vielzahl der IBS-Patienten die Symptome unter einer glutenarmen bzw. glutenfreien Ernährung besserten, obwohl bei ihnen im Vorfeld eine Zöliakie ausgeschlossen wurde. Ebenso geeignet ist die GFD auch bei der Behandlung der Gluten-/Weizensensitivität, die durchaus bei einigen IBS-Patienten auftritt. Der Verzehr glutenfreier Produkte verbesserte signifikant das Auftreten von Schmerzen, Blähungen und Müdigkeit sowie die Stuhlkonsistenz. Zu betonen gilt es außerdem, dass Patienten mit den genetischen Markern HLA-DQ2 bzw. HLA-DQ8 und dem serologischen Marker IgG-Antikörper besser auf eine GFD ansprechen. Diese Patienten sollten weiterhin beobachtet und in regelmäßigen Abständen untersucht werden, um frühzeitig eine potenzielle Zöliakie zu identifizieren. Studien zeigen umgekehrt, dass rund 40 Prozent der Zöliakiepatienten unter Symptomen wie beim IBS leiden. Die Beschwerden bessern sich zwar in der Regel unter Einhaltung einer GFD, dennoch gibt es auch Fälle, bei denen sich die Symptome nicht bessern. (5)

Quellen

  1. De Roest RH, Dobbs BR, Chapman BA, Batman B, O’Brien LA, Leeper JA, et al. The low FODMAP diet improves gastrointestinal symptoms in patients with irritable bowel syndrome: A prospective study. Int J Clin Pract. 2013;67(9):895–903.
  2. Goldstein R, Braverman D, Stankiewicz H. Carbohydrate malabsorption and the effect of dietary restriction on symptoms of irritable bowel syndrome and functional bowel complaints. Isr Med Assoc J. 2000;2(8):583–7.
  3. Lea R, Whorwell PJ. The role of food intolerance in irritable bowel syndrome. Gastroenterol Clin North Am. 2005;34(2):247–55.
  4.  Heizer WD, Southern S, McGovern S. The Role of Diet in Symptoms of Irritable Bowel Syndrome in Adults: A Narrative Review. J Am Diet Assoc. 2009;109(7):1204–14.
  5. Wahnschaffe et al., 2007